Zu fällen einen schönen Baum,
braucht´s eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen, bis man ihn bewundert,
braucht er, bedenk´es, ein Jahrhundert!

Eugen Roth

Saft von Streuobstwiesen
- ein Beitrag zur Lokalen Agenda -

Autor: Bernd Bodewing, Stadtverwaltung Koblenz, Umweltamt/Agenda-Büro

Die für unsere Region typischen Wiesen mit starkwüchsigen, breitkronigen Hochstammobstbäumen, die sogenannten Streuobstwiesen, dienten früher der Versorgung der Bevölkerung mit Obst. Die an unsere Region angepassten Sorten liefern gutes und gesundes Obst, das Grün im Schatten der Bäume wird als Viehweide oder Mähwiese genutzt. Sowohl die Bäume als auch das extensiv bewirtschaftete Grün darunter sind Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.
Heute steht diese Form des Obstanbaus in Konkurrenz zu den in Reih und Glied stehenden Niederstammkulturen, die eine rationelle Bewirtschaftung erlauben, aber relativ artenarm sind. Der Streuobstanbau wurde somit wirtschaftlich unattraktiv. In der Folge wurden Pflege und Nachpflanzungen vernachlässigt, so dass immer mehr dieser landschaftsprägenden Bestände verloren gingen. Damit dieser Teil unserer Kulturlandschaft mit seiner Erholungsfunktion für den Menschen und als Refugium für Flora und Fauna erhalten bleibt, muß aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Bedeutung etwas für die Wiederbelebung getan werden.

Saft aus heimischen Streuobstbeständen ist ein Beitrag hierzu mit vielen Vorteilen.

Der Verbraucher erhält damit ein ökologisch erzeugtes Produkt von hoher Qualität und hervorragendem Geschmack, das zum Artenschutz, zur Energieeinsparung, zum Klimaschutz und zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft beiträgt.

Die Erhaltung der Artenvielfalt, Klimaschutz, Energieeinsparung und regionale Produktkreisläufe sind wichtige Beiträge zur Agenda 21, dem Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert. Dieses bereits 1992, von über 170 Staats- und Regierungschefs verabschiedete Handlungsprogramm hat die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen zum Ziel. Die Kommunen werden dort aufgefordert ein eigenes Handlungsprogramm, eine Lokale Agenda 21, zu erstellen, um zur Verwirklichung dieser globalen Aufgabe beizutragen.

Die Förderung des Streuobstanbaus ist ein Baustein einer Lokalen Agenda.

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